Risiko Management

Das Risikomanagement ist ein zentraler Bestandteil des finanziellen Führungsprozesses von Swiss Life.

Oberstes Gremium zur Überwachung der Risiken ist der Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats. Dieser überwacht den Prozess, entscheidet über die Risikobudgetierung und informiert den Gesamtverwaltungsrat über die Risikosituation des Unternehmens. Weitere Gremien des Risikomanagements sind der Risikoausschuss der Konzernleitung (Group Risk Committee) sowie die Asset and Liability Management Committees auf Länderebene.

Die Einteilung von Risikokategorien, deren Analyse, Messung und Kontrolle sind die zentralen Aufgaben des Risikomanagements.

Basierend auf einer ökonomischen Bewertung der Aktiven und Passiven ermitteln die Finanzrisikospezialisten, wie viel Risikokapital zur Verfügung steht und welche Risikofähigkeit daraus für die Gruppe abgleitet werden kann.

Die Limiten für das Risikokapital betreffen die eingegangenen Markt- und Kreditrisiken. Zudem gelten Einschränkungen für Fremdwährungen und für Aktien sowie ähnliche Beteiligungspapiere.

Swiss Life berücksichtigt in ihren Risikomodellen die folgenden Risikokategorien:

Marktrisiken

Das Marktrisiko entsteht durch die Schwankungen der Finanzmärkte, die den Wert der Kapitalanlagen und der Verpflichtungen beeinflussen. Zu den Risikoarten, die für Swiss Life von Bedeutung sind, zählen besonders:

  • Zinsänderungsrisiken
  • volatile Aktienmärkte sowie
  • schwankende Wechselkurse gegenüber dem Schweizer Franken.

Kreditrisiken

Kreditrisiken treten bei Kapitalanlagen und in beschränktem Masse im Rückversicherungsbereich auf. Swiss Life versucht, das eingegangene Risiko adäquat zu entschädigen und Ausfälle - wie beispielsweise ausbleibende Zinszahlungen bei Obligationen, Darlehen oder Hypotheken - zu verhindern. Zum einen durch gruppenweite Richtlinien zur Qualität von Schuldnern, zum anderen durch das Einfordern von Garantien.

Swiss Life investiert über 70% der Anlagen in Obligationen. Davon entfallen knapp 50% auf Obligationen mit AAA-Rating.

Versicherungstechnische Risiken

Im diesem Bereich gilt es sowohl biometrische Risiken (Sterblichkeit, Langlebigkeit und Invalidität) wie auch Unsicherheiten im Kundenverhalten (Rückkaufsquoten und Kapitaloptionen) zu berücksichtigen.

Die versicherungstechnischen Parameter wie Sterblichkeits-, Invaliditäts- oder Stornoraten werden aus firmeninternen Erfahrungsdaten und teilweise auch basierend auf externen Statistiken bestimmt. Diese Parameter sind die Grundlage für die Tarifierung der Produkte und die Bewertung von Versichertenbeständen.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko beschreibt die Gefahr von Verlusten, die infolge von Unzulänglichkeiten oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Mit dem internen Kontrollsystem (IKS) strebt Swiss Life die Identifikation, Beurteilung, Steuerung bzw. Minderung von operationellen Risiken an.

Ziel ist es, fällige Leistungen jederzeit bezahlen zu können und stets genügend Eigenkapital zur Deckung von Wertschwankungen zur Verfügung zu haben.

Beim langfristig ausgelegten Asset and Liability Management (ALM) werden die Erkenntnisse aus den Risikoabschätzungen als Basis für die Anlagestrategie herangezogen. Die Anlage der

  • Vermögen der Versicherungsnehmer,
  • der freien Reserven des Unternehmens sowie
  • des Eigenkapitals

erfolgt stets unter der Berücksichtigung bestimmter Kriterien bezüglich Sicherheit, Rendite und Liquidität.

Anlagen stehen mit Risikoneigung im Einklang

Swiss Life verwaltet ihre Kapitalanlagen so, dass das eingesetzte ökonomische Risikokapital mit ihrer Risikoneigung im Einklang steht. Die Verbindlichkeiten einer Versicherung lassen sich aufteilen in:

  • garantierten Teil: entspricht der garantierten Mindestverzinsung
  • nicht garantierten Teil (Überschussanteil): schwankt im Lauf der Zeit, weil die auszuschüttenden Beträge direkt von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängen oder gesetzlich geregelt sind.

Neben ökonomischen Gesichtspunkten bestimmen weitere Faktoren die Asset Allocation, etwa aufsichtsrechtliche oder internationale Rechnungslegungsvorschriften. Auch die Ausstattung mit Eigenmitteln (Solvenz), der Liquiditätsbedarf oder Anforderungen von Rating-Agenturen schränken die Anlagetätigkeiten ein.

Interessensausgleich bei Ausschüttungspolitik

Swiss Life strebt bei ihrer jährlich zu bestimmenden Ausschüttung einen Interessenausgleich zwischen den Versicherungsnehmern und den Aktionären an.

Versicherungsnehmer: Sie wünschen sich eine gesicherte Mindestverzinsung und regelmässige Überschüsse in angemessener Höhe.

Aktionäre: Sie wünschen für das von ihnen eingesetzte Eigenkapital eine angemessene Entschädigung in Form von Dividenden und Kapitalgewinnen.

Regelmässige Prüfung der Produktgestaltung

Bei der Produktgestaltung stimmt Swiss Life das Asset and Liability Management und die Ausschüttungspolitik so aufeinander ab, dass zukünftige Kapitalmarktentwicklungen die Profitabilität so wenig wie möglich beinträchtigen. Zur Einhaltung der Produktgestaltungsprinzipien wurden konzernweit Richtlinien zur Produktentwicklung eingeführt.

Swiss Life überprüft die Grundlagen der Produktgestaltung halbjährlich, die Wirtschaftlichkeit des Neugeschäfts vierteljährlich. So ist das Unternehmen in der Lage, die Verkaufsbedingungen der einzelnen Produkte an ein sich ständig änderndes Umfeld anzupassen.

Prozessmanagement zentral geführt

Swiss Life steuert den Asset-and-Liability-Management-Prozess zentral. Die Verantwortung für den konzernweiten ALM-Prozess trägt der Group Chief Risk Officer. Die Unternehmensbereiche Risikomanagement, Asset Management, Aktuariat, Produktmanagement und Finanzmanagement bestimmen den ALM-Prozess, der vom Group Chief Risk Officer umfassend gesteuert und vom Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats überwacht wird. Auf lokaler Ebene setzen die zuständigen Stellen die für den ganzen Konzern erarbeiteten Entscheidungen um.

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