Die Menschen in der Schweiz wollen ihre finanzielle Zukunft zunehmend selbst gestalten. Gleichzeitig fühlen sich immer weniger von ihnen finanziell selbstbestimmt. Dieses Spannungsfeld zeigt das aktuelle Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer 2026.
Wenn es um ihre finanzielle Zukunft geht, verlassen sich Schweizerinnen und Schweizer immer weniger auf staatliche Lösungen. Fast jede zweite befragte Person (45%) ist sich bewusst, dass die AHV nur eine finanzielle Grundabsicherung bieten wird. Weitere 7% gehen sogar davon aus, dass die staatliche Rente für sie gar keine Rolle spielen wird.
Auch bei finanziellen Schwierigkeiten ist das Vertrauen in staatliche Unterstützung begrenzt: Lediglich 22% vertrauen darauf, dass der Staat sie im Fall einer finanziellen Schieflage auffangen würde.
Viele gehen deshalb davon aus, künftig stärker selbst für ihre finanzielle Absicherung verantwortlich zu sein. Mehr als jede dritte Person (35%) erwartet sogar, im Alter zusätzliche Einkommensquellen oder einen Nebenjob zu benötigen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können.
Das Bewusstsein für Eigenverantwortung wächst
Parallel dazu steigt die Bereitschaft, die eigene Vorsorge aktiv anzugehen. 45% der Befragten sehen sich heute selbst als hauptverantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg ihrer finanziellen Vorsorge. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Auch langfristiges Sparen gewinnt an Bedeutung: 58% finden es wichtig, Geld für die Zukunft zurückzulegen. Jede zweite befragte Person ist überzeugt, dass die Altersvorsorge direkt nach dem Berufseinstieg beginnen sollte. 20% würden sogar bereits während der Ausbildung oder des Studiums damit starten.
Gleichzeitig hat die Bedeutung finanzieller Selbstbestimmung einen neuen Höchstwert erreicht: 82% der Schweizerinnen und Schweizer möchten ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten können. 2025 lag dieser Wert noch bei 80%, 2024 bei 79%.
Inflation, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten führen dazu, dass sich viele Menschen intensiver mit ihrer finanziellen Zukunft auseinandersetzen. Ein Viertel der Befragten gibt an, sich deshalb mehr um finanzielle Absicherung und Vorsorge zu kümmern.
Zwischen Anspruch und Realität klafft eine Lücke
Der Wunsch nach finanzieller Selbstbestimmung wächst zwar stetig, die Realität vieler Menschen hält damit jedoch nicht Schritt. Während heute 82% der Bevölkerung ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten möchten, fühlen sich nur noch 44% tatsächlich finanziell selbstbestimmt. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 51%.
Als wichtigste Gründe nennen die Befragten steigende Lebenshaltungskosten, Einkommensverluste und gesundheitliche Probleme.
Auch bei der konkreten Finanz- und Vorsorgeplanung wird die Lücke sichtbar: Nur knapp jede dritte Person (31%) gibt an, den Ruhestand gut geplant zu haben. Fast jede vierte Person empfindet die Organisation der eigenen Finanzen als Belastung. Und 22% schieben Finanz- und Vorsorgethemen regelmässig vor sich her.
Hinzu kommt ein anhaltendes Wissensdefizit: 28% der Befragten wünschen sich mehr Finanzwissen, um fundierte Entscheidungen für ihre Zukunft treffen zu können. Dieser Wert ist seit mehreren Jahren praktisch unverändert.
Die Zuversicht erholt sich weiter
Trotz dieser Herausforderungen blickt die Mehrheit der Menschen in der Schweiz optimistisch in die Zukunft. 58% erwarten, dass sich ihre finanzielle Situation in den kommenden zehn Jahren positiv entwickeln wird. Damit setzt sich die Erholung der finanziellen Zuversicht nach dem Tiefpunkt von 2024 fort (2024: 46%, 2025: 56%).
Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei den bereits Pensionierten: Hier ist die finanzielle Zuversicht gegenüber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte auf 40% gestiegen.
Die Ergebnisse des Selbstbestimmungsbarometers zeigen einen klaren Trend: Immer mehr Menschen erkennen, dass sie ihre finanzielle Zukunft selbst gestalten müssen. Gleichzeitig fühlen sich viele noch nicht ausreichend vorbereitet, um diese Verantwortung wahrzunehmen.
Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer
Swiss Life unterstützt Menschen dabei, ihr Leben finanziell selbstbestimmt zu gestalten. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen 2019 das Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer lanciert. Dieses geht der Frage nach, wie finanziell selbstbestimmt die Menschen sich fühlen, welche Faktoren dafür relevant sind und wie sie ihre Selbstbestimmung in Zukunft erwarten. Das Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer basiert auf einer repräsentativen Online-Umfrage von Swiss Life und Bilendi. Zwischen dem 6. und 17. Juli 2026 wurden 1000 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren in der Schweiz befragt.
Weitere Beiträge und Studien von Swiss Life zu einem finanziell selbstbestimmten Leben
Swiss Life unterstützt Menschen dabei, ihr Leben finanziell selbstbestimmt zu gestalten und präsentiert zu dem Thema regelmässig Interviews mit Experten, inspirierende Beiträge und repräsentative Umfragen. Sämtliche Beiträge und Studien finden Sie auf unserem Blog.